Warum KI Werbung Ihrer Marke schaden kann

Wer Strategie und Qualität vernachlässigt, riskiert Vertrauensverlust und teure Fehler im Marketing.

Juli 23, 2026

|

Tipps & Tricks
KI Werbung

Inhaltsverzeichnis

Markenverwässerung: Wenn jede KI Werbung gleich aussieht/

Markenverwässerung: Wenn jede KI Werbung gleich aussieht

„Was kann schon schiefgehen, wenn man seine Werbemittel von einer KI erstellen lässt?“

Ein Satz, der immer häufiger zu hören ist – vor allem bei kleinen Unternehmen. Die Antwort? Eine ganze Menge.

Das Problem ist, dass viele Unternehmen KI nutzen, ohne sich Gedanken über Design oder Markenstrategie zu machen. Sie möchten ihre Werbebotschaft nach außen kommunizieren, beschäftigen sich aber nicht mit Fragen wie: Welche Informationen sind wirklich wichtig? Welche Botschaft soll zuerst wahrgenommen werden? Und vor allem: Wie bleibt meine Marke im Gedächtnis?

Die Folge: Ein Flyer sieht aus wie der nächste, ein Plakat wie das vorherige. Die Botschaft kommt vielleicht an – doch kann sich der Betrachter ein paar Tage später noch daran erinnern, welches Unternehmen dahintersteckte?

Genau hier liegt das eigentliche Problem. Nicht die KI ist schuld, sondern ihr unüberlegter Einsatz. Denn gutes Design bedeutet weit mehr, als nur ein schönes Layout zu erstellen. Es ist ein strategisches Werkzeug, das Marken unverwechselbar macht und dafür sorgt, dass Werbung nicht nur gesehen, sondern auch erinnert wird.
Ablehnung durch jüngere Zielgruppen/

Ablehnung durch jüngere Zielgruppen

„Worst Design Era Ever“. Das hingegen ist in vielen Köpfen der jüngeren Generation angekommen, und das zeigt diese Generation auch. Auf Instagram, TikTok und sogar auf LinkedIn gibt es unzählige Videos und Beiträge dazu, dass wir dank KI aktuell in der schlechtesten Designära leben.

Unter Instagram-Ads, die mithilfe von KI erstellt wurden, werden Kommentare wie „AI Slop“ hinterlassen oder es wird bekundet, dass die Marke nicht weiter unterstützt oder Veranstaltungen nicht mehr besucht werden, wenn die Flyer dafür per KI erstellt wurden.

Die häufigsten Vorwürfe, die diese Zielgruppe erhebt, sind, dass durch KI keine kreative Leistung erbracht wurde, wie es ein Designer oder Künstler getan hätte. Des Weiteren bemängeln sie, dass KI-erstellte Inhalte keine Persönlichkeit oder Liebe zum Detail hätten.

Auch hier zeigt sich klar, dass KI-generierte Inhalte einem Unternehmen schaden können und man schlimmstenfalls eine ganze Generation als Zielgruppe verliert.
Technische Probleme bei Printmedien/

Technische Probleme bei Printmedien

Seit einigen Monaten sieht man immer häufiger Plakate oder Flyer, die per KI erstellt wurden. In manchen Fällen hat man Glück und der gedruckte Flyer sieht so aus, wie er soll. Jedoch muss dies nicht immer der Fall sein.

Wir Designer berücksichtigen bei der Erstellung von Printmedien direkt auch die Anforderungen der Druckereien, etwa dass Printprodukte den richtigen Anschnitt haben, damit nach dem Drucken keine weißen Ränder entstehen. Des Weiteren müssen Printmedien immer eine Auflösung von 300 dpi aufweisen. KIs wie ChatGPT können eine solche Auflösung jedoch häufig gar nicht liefern, gerade wenn es um Plakate geht, die etwas größer sind.

Ein weiterer Aspekt, den KIs bei der Bildgenerierung häufig nicht berücksichtigen, ist der Farbraum. Es sind digitale Tools und sie arbeiten deswegen auch im digitalen Farbraum RGB. Drucker können jedoch keine Leuchtfarben abbilden, weshalb der Farbraum umgerechnet wird. Heraus kommen Printprodukte, die farblich von dem abweichen, was man eigentlich haben wollte.

Für einfache Flyer oder kleinere Plakate mag die KI noch reichen, jedoch würde ich davon abraten, alles, was größer als das Format DIN A3 ist, per KI erstellen zu lassen.
Rechtliche Risiken/

Rechtliche Risiken

„Wir erstellen das Logo einfach per KI.“ Das ist ein Satz, der möglichst niemals in einem Unternehmen fallen sollte, denn das kann nicht nur der Marke schaden, sondern auch unheimlich teuer werden.

Das Amtsgericht München hat geurteilt, dass KI-generierte Inhalte nicht dem Urheberrechtsschutz unterliegen, da sie keine „persönliche geistige Schöpfung“ beinhalten. Und das gilt selbstverständlich auch für Logos. Wenn euer Logo per KI generiert ist, darf es jeder einfach nutzen und euch die Marke legal stehlen. KI-generierte Logos dürfen zwar in seltenen Fällen als Marke angemeldet werden, aber nur dann, wenn sie die allgemeinen markenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, was meistens nicht der Fall ist, da keine menschliche Gestaltung vorliegt.

Richtig teuer wird es, wenn das KI-generierte Logo fremde Rechte verletzt. KI-Modelle werden nämlich in nahezu allen Fällen mit Daten aus dem Internet trainiert, was auch eigentlich geschützte Designs beinhaltet. Dies sorgt dafür, dass euer Logo vielleicht Aspekte beinhaltet, die geschützt sind. Das führt häufig zu Abmahnungen oder anderweitigen rechtlichen Schritten.

Das gilt nicht nur für Logos, auch KI-generierte Bilder oder Flyer können davon betroffen sein.
Vertrauensverlust/

Vertrauensverlust

Künstliche Intelligenz kann dich das Vertrauen deiner Kunden kosten. Das möchte ich gerne einmal am Beispiel von Waterdrop aufzeigen.

Waterdrop hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen dazu zu motivieren, mehr Wasser zu trinken und dabei möglichst auf den Konsum von Einweg-Plastikflaschen zu verzichten. Sie bieten zuckerfreie Getränkewürfel, Wasserfilter, Trinkflaschen und weiteres Zubehör rund um das Thema nachhaltige Hydration an.

Eben diese Firma, die es sich auf die eigene Fahne geschrieben hat, nachhaltig zu sein, nutzte für eine Kampagne in den sozialen Netzwerken Videoclips, die per KI erstellt wurden. Und das, obwohl schon länger bekannt ist, dass beim Erstellen eines 30-sekündigen Videoclips per KI bis zu 20 Liter Wasser verbraucht werden.

Das klingt erst einmal nach nicht so viel, jedoch ist es mit dem Erstellen eines einzelnen Videos nicht erledigt. Videos müssen häufig Dutzende Male erstellt und ausgebessert werden, ehe etwas dabei herauskommt, das man verwenden kann.

Meiner Meinung nach wird das Problem in den sozialen Medien größer dargestellt, als es ist. Jeder Swimmingpool übertrifft den Wasserverbrauch des KI-Videos um Längen.

Jedoch zeigen viele Kommentare unter diesem Video, dass die Menschen das Vertrauen in das Unternehmen verlieren, weil das Video für sie gegen die Markenwerte spricht, aber auch, weil das Unternehmen genügend Geld hätte, einen professionellen Designer zu beauftragen, es sich jedoch leicht und günstig machen wollte. Und das ist das, was bei den Menschen hängen bleibt. Das Einzige Nachhaltige an dieser Situation ist der Vertrauensverlust in das Unternehmen.
Fazit/

Fazit

Künstliche Intelligenz kann in kreativen Prozessen sehr gut helfen und erste Ideen liefern. Auch ich nutze KI in meiner Arbeit. Jedoch muss gewährleistet sein, dass auch genügend menschliche Intelligenz in die Inhalte einfließt, um Medien zu kreieren, die den Markenrichtlinien entsprechen, nicht von jüngeren Generationen abgelehnt werden, rechtliche Sicherheit bieten und auch keinen Vertrauensverlust für die Marke darstellen.

Blogbeiträge, die dir auch gefallen könnten

Juni 24, 2026

|

Webdesign
Warum rechtssichere Webseiten heute wichtiger sind denn je. Die DSGVO wurde im Mai 2018 eingeführt und dennoch werden jedes Jahr tausende Webseiten deswegen abgemahnt, und das aus einem nachvollziehbaren Grund.
Mai 10, 2026

|

SEO, Webdesign
Viele unterschätzen, wie eng Design und SEO miteinander verbunden sind. Suchmaschinen wie Google bewerten Websites nicht nur nach Inhalt, sondern auch nach Struktur, Lesbarkeit und Nutzerfreundlichkeit.
April 20, 2026

|

Tipps & Tricks, Webdesign
Gutes UX-Design und gutes Game-Design haben ein gemeinsames Ziel: Menschen in eine positive, verständliche und belohnende Erfahrung zu führen. Games sind Meister darin, Nutzer langfristig zu fesseln. Nicht durch Zufall, sondern durch präzise gestaltete Systeme aus Motivation, Feedback und Emotion.